„Der rote Kuhhirt“ rettete Kirrlach

 

Eine tolle Premiere gelang der Kirrlacher Karnevalsgesellschaft mit ihrem historischen Theaterstück „Der rote Kuhhirt“. Im ausverkauften Kirrlacher Pfarrzentrum konnte KiKaGe-Präsident Jürgen Scheurer über 300 begeisterte Premierengäste begrüßen, die am Ende stehend applaudierten.

Das Stück zur Kirrlacher Dorfgeschichte wurde von Julius Senger nach einer „Erzählung aus den schwersten Tagen Kirrlachs“ von Artur Schmitteckert geschrieben. Regisseur Manfred Schuhmacher hatte das Schauspiel brilliant inszeniert. Unterstütz wurde er dabei von Souffleuse Marion Bastel. Die Laienschauspieler der KiKaGe entführten ihre Zuschauer in das Jahr 1622, die Zeit des 30-jährigens Krieges, als die ganze Region von Soldaten und Söldnern heimgesucht wurde. Die Geschichte erzählt vom „roten Kuhhirt“ Zipper, der nach der Sage, im 30-jährigen Krieg Kirrlach vor feindlichen Soldaten gerettet haben soll.

In Udenheim, dem heutigen Philippsburg, war Kaspar Bamberger Kommandant. Seine Soldaten wurden gespielt von Marco de Benedetti als Hauptmann Konrad und den Musketieren Lukas Klein, Moritz Schuhmacher und Daniel Müller.

Bei Mingolsheim lagerten die kaiserlichen Truppen des bayrischen Grafen Tilly. Beispielsweise die  Soldaten  des Hauptmanns von Habstein (Peter Christ): Der Furier Wendelin (Jürgen Muhs) und die Musketiere, gespielt von Steven Rössinger, Axel Lehn und Helmut Heiler. In der ganzen Gegend verbreiteten die versprengten Söldner des Grafen Ernst von Mansfeld Angst und Schrecken. Diese Situation machte auch den Kirrlacher Bürger Köhler-Karl (Marco Fehling), Weber-Hannes (Eric Klemm) und Ev (Karin Lackus) große Angst. Entsprechend besorgt waren daher Nachwächter Adam (Walter Heiler) und als Schultheiß Leo Steinle.

Der alte Kuhhirt Zipper (Sven Herrwerth) ist ein Sonderling. Er ist ein hässlicher Geselle und hat einen üppigen, roten Haarschopf. Daher wird er in Kirrlach nur der „rote Kuhhirt“ genannt. Zu den wenigen Freunden die er hat, zählt der Waldhüter Damian (Manfred Klein) und dessen Tochter Anna(Daniela Stadler). Sie haben Besuch von ihren Verwandten aus Wiesental: Barbara (Claudia Herm), ihrer Tochter Margarete (Corinna Heiler) und deren Mann Thomas (Hendrik Johann). Diese zu beschützen, ist daher für ihn eine Selbstverständlichkeit, als zu Beginn des 30-jährigen Krieges Soldaten der nahen Garnison Udenheim hier Quartier nehmen.

Ein besonders waches Auge hat Zipper hierbei auf den Furier Klaus (Marcus Köpp) gerichtet, der bereits von Anfang an mit der hübschen Waldhüterstochter anbandeln will. So bleibt es nicht aus, dass er sich schon bald mit ihm anlegt. Durch ein Gespräch des Spions Martin (Dieter Haag) das er zufällig belauscht, erfährt er von einem geplanten Verrat, durch den die Offiziere dem Feind in die Hände gespielt werden sollen. Das weitaus Erregendste jedoch, das Zipper zu Ohren kommt, ist die Identität des Offiziers (Herbert Wirth als Leutnant Christoph), der vor zwei Jahrzehnten mit der Frau seines Freundes Damian geflohen war und der ebenfalls dem zu den Verschwörern gehört.

Zipper hält die Stunde der Abrechnung für gekommen, aber weder Damian noch die Offiziere nehmen ihn ernst. Gleichzeitig stellte er fest, dass sich zwischen Anna und dem Sohn dieses  Offiziers, Andreas (Klaus Müller), zarte Banden zu knüpfen scheinen. Da entschließt er sich, auf eigene Faust zu handeln. Doch es misslingt und er muss fliehen. Um nun das Schlimmste zu verhüten, öffnet er die Hochwasserdämme zum Moor und verhindert mit einer Überschwemmung die Gefangennahme der Offiziere, sowie einen unbemerkten Überfall auf das Dorf. Dadurch können sich die meisten der Bewohner durch Flucht retten.